Milcheiweiß - Casein und Molkeneiweiß

Milch besteht aus Kohlenhydraten, Eiweiß, Vitaminen, Spurenelementen und Fett. In welchen Mengen die einzelnen Bestandteile enthalten sind, ist je nach Säugetierart verschieden. Aber nicht nur die Art des Säugetieres bestimmt den Gehalt der Milch, auch die Fütterung der Tiere ist ausschlaggebend. Und der Gesundheitszustand des Tieres spielt ebenfalls eine wichtige Rolle.

Viele Bestandteile der Kuhmilch werden vom Menschen für den Aufbau der Körperzellen benötigt. Milcheiweiß dient zum Beispiel dem Muskelaufbau. Muskeln bestehen zum größten Teil aus Proteinen, die in den Muskelfasern für die Bewegung sorgen. Wer sich vegan ernährt, also nicht nur auf Fleisch, sondern auch auf alle Tierprodukte wie Milch, Käse und Butter verzichtet, der muss versuchen, die lebensnotwendigen Proteine über Pflanzen zu sich zu nehmen.

Was ist Milcheiweiß?

Milcheiweiß wird die Zusammenfassung aller in der Milch enthaltenen Proteine genannt. Den Hauptanteil der Proteine bestimmen die Caseine. Er beträgt circa 80 Prozent. Die restlichen 20 Prozent werden unter dem Namen Molkeneiweiß zusammengefasst. Die Kuhmilch enthält circa 3,3 Prozent Milcheiweiß. Davon sind 2,7 Prozent Kaseine und 0,6 Prozent Molkeneiweiß.

Molkeneiweiß

Das Molkeneiweiß, auch Molkenprotein genannt, ist der Hauptbestandteil in Proteinpräparaten, die dem Muskelaufbau dienen. Das liegt daran, dass sie den körpereigenen Proteinen sehr nahe kommen und somit schnell in körpereigenes Protein umgesetzt werden können.

Je mehr essenzielle Aminosäuren ein Protein enthält, umso besser kann es verwertet werden. Es wird von einer hohen biologischen Wertigkeit gesprochen. Molkenprotein hat eine biologische Wertigkeit von 104 bis 110. Das heißt, es kann den Proteinbedarf des Körpers noch besser decken als Voll-Ei.

Im Milcheiweiß sind folgende Molkenproteine enthalten:

  • 45 % beta-Lactoglobulin
  • 20 % alpha-Lactalbumin
  • 20 % Proteosepepton
  • 10 % Immunoglobuline
  • 5 % Serumalbumin

Das beta-Lactoglobulin ist übrigens verantwortlich, dass sich beim Kochen der Milch eine Haut bildet.

Milcheiweiß

Milcheiweiß: Casein

Casein oder Kaseine heißen die Proteine der Milch, die bei der Verarbeitung der nahrhaften Flüssigkeit in den Käse gelangen und nicht im "Abfallprodukt" der Molke landen. Im Gegensatz zum Whey (= Molkenprotein), das nach 20 Minuten vom Körper weiterverarbeitet ist, kann die Verdauung des Kaseins bis zu 4 Stunden dauern.

Dennoch ist auch das Casein ein wichtiger Bestandteil für das Gleichgewicht zwischen Proteinsynthese und Proteinabbau. Durch die langsame Verdauung wird nämlich der Proteinabbau im Körper vermindert. Kaseine sind daher ebenso essenziell für den Muskelaufbau wie Molkenproteine.

Das Kasein der Kuhmilch setzt sich aus folgenden Einzelbestandteilen zusammen:

  1. 42,5 % αS1-Casein
  2. 10 % αS2-Casein
  3. 11,25 % χ-Casein
  4. 31,25 % β-Casein
  5. 5 % κ-Casein

Obwohl das Casein ein wichtiger Bestandteil für die gesunde Ernährung ist, kann es für eine Milcheiweißallergie verantwortlich zeichnen.

Allergie und Unverträglichkeit

Zwischen Unverträglichkeit und Allergie gibt es Unterschiede, obwohl beide gerne als "Milchunverträglichkeit" tituliert werden. Bei einer Allergie reagiert das menschliche Immunsystem auf das Milcheiweiß. Es werden Antikörper gebildet, die mit einem Bluttest nachgewiesen werden können (siehe auch Milcheiweißallergie).

Bei der Unverträglichkeit dagegen reagiert vor allem die Verdauung. Sie ist keine Allergie, denn der Mensch, der unter der Unverträglichkeit leidet, verträgt das Milcheiweiß bis zu einer bestimmten, individuellen Toleranzgrenze. Alles was darüber liegend verzehrt wird, führt zu Verdauungsbeschwerden, die sich meist innerhalb von einigen Stunden nach dem letzten Verzehr legen. Eine Unverträglichkeit ist mit Bluttests nicht nachzuweisen.

Im Milcheiweiß können entweder als enthaltene Casein oder das Molkenprotein, in einigen Fällen auch beide zusammen, eine Unverträglichkeit oder Allergie auslösen.

  • Wird das Kuhmilch-Molkeneiweiß nicht vertragen, können die Betroffenen auf Milchprodukte anderer Tiere (z.B. Schafsmilch, Ziegenmilch oder Stutenmilch) ausweichen, denn dieses Molkenprotein kommt nur in Kuhmilch vor. Auch hocherhitzte Kuhmilchprodukte werden besser vertragen, da das Molkeneiweiß nicht sehr hitzestabil ist.
  • Wenn aber stattdessen das Casein die Wurzel des Übels ist, kann nur auf pflanzliche Milchersatzprodukte (z.B. Reismilch, Mandelmilch oder Kokosmilch) zurückgegriffen werden.

Die Milcheiweißallergie, auch Kuhmilchallergie genannt, betrifft bis zu 7 % Kinder unter zwei Jahren. In wenigen dieser Fälle bleibt die Allergie ein Leben lang bestehen. Meistens hat sie sich bis zum 6. Lebensjahr verloren, so dass Schätzungen zu Folge nur bis zu 1,2% der Erwachsenen unter einer Milcheiweißallergie leiden. Liegt diese Allergie vor, so kann bereits 1 Tropfen Milch sie auslösen.

Nicht verwechselt werden dürfen Milcheiweiß Unverträglichkeit und Allergie mit der Milchzuckerunverträglichkeit, der so genannten Laktoseintoleranz. Die Laktoseintoleranz wird nicht vom Milcheiweiß ausgelöst, sondern vom Milchzucker (siehe Milchunverträglichkeit).