Milchfett - Wissenswertes über das Fett der Milch

Kuhmilch ist eine Flüssigkeit, die zu mehr als 87 Prozent aus Wasser besteht. Außerdem enthält sie Eiweiß, Kohlenhydrate, Vitamine, Spurenelemente und Fett. Wieviel Milchfett in der Kuhmilch enthalten ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Es liegt zum Einen daran, wie die Milch verarbeitet wurde. Aber es kommt auch darauf an, wie die Kuh gefüttert wurde, wo die Kuh lebt und wie alt die Kuh ist.

Übrigens schon wenn die Milch aus dem Euter kommt, ist ihr Fettgehalt sehr unterschiedlich. Die Kuhmilch, die am Anfang des Melkens gewonnen wird, enthält nur circa 2,5 Prozent Fett, während die zum Schluss aus dem Euter gestrichene Milch bis zu 10 Prozent Milchfett beinhaltet. Durch Umrühren und Zusammenschütten der Flüssigkeit, die von mehreren Kühen erhalten wurde, ergibt sich dann der Durchschnittswert der Rohmilch mit einem Fettgehalt von circa 4 Prozent.

Was ist Milchfett?

Milchfett sind viele kleine Kügelchen, die in der wässrigen Flüssigkeit schwimmen. Jedes einzelne Fetttröpfchen ist von einer Hülle aus Molekülteilchen umgeben. Diese Molekülteilchen können sowohl mit Wasser, als auch mit Fetten in Wechselwirkung treten. Dadurch haben sie die Möglichkeit sich an den Fettkügelchen festzuhalten und gleichzeitig im Wasser zu schwimmen. Sie bilden die Verbindung der einzelnen Fetttröpfchen in der Milch.

Wird die Molekülschicht um die Fettteilchen zerstört, schwimmt das Milchfett nach oben und setzt sich in Form von Fettaugen ab. Damit das nicht passiert und sich auch keine unerwünschte Rahmschicht auf der Trinkmilch absetzt, wird sie, bevor sie im Supermarkt verkauft wird, homogenisiert. Das bedeutet, der kleine Durchmesser der Fettkügelchen von 1 bis 5 µm wird noch mehr verkleinert. Ein Fettteilchen hat nach der Behandlung nur noch einen Durchmesser von 0,5-0,8 µm.

Milchfett

Milchfett Zusammensetzung

Milchfett besteht aus Triglyceriden, in denen die unterschiedlichen Fettsäuren enthalten sind. Hierbei nehmen die mittelkettigen und die kurzkettigen Fettsäuren den größten Teil ein. Allen voran die Buttersäure.

Weitere nennenswerte Fettsäuren, die im Milchfett enthalten sind, wären Myristinsäure, Stearinsäure, Palmitinsäure und die Ölsäure. Neben den Triglyceriden sind im Milchfett zu einem geringen Prozentsatz Diglyceride und freie Fettsäuren enthalten.

Nicht zu vergessen sind auch die fettlöslichen Vitamine, die das Milchfett zu bieten hat. Dazu gehören die Vitamine A, D, E und K.

Wie viel Fett enthält welche Milch?

Je nachdem, von welchem Tier die Trinkmilch gewonnen wird, ist der Fettgehalt unterschiedlich:

  • Die Büffelmilch liegt dabei mit einem Fettgehalt von durchschnittlich 8 Prozent an der Spitze.
  • Sie wird gefolgt von der Schafsmilch, die einen Fettgehalt von 6 Prozent erreicht.
  • Die Kuhmilch liegt mit circa 4 Prozent Fettanteil im Mittelfeld.
  • Genauso viel Fett weist die Ziegenmilch mit einem Gehalt von 4 Prozent auf.
  • Und am fettärmsten ist die Milch der Stute. Pferdemilch hat lediglich 2 Prozent Fett.

Beim pflanzlichen Milchersatz liegt die Kokosmilch mit 21 Prozent Fettgehalt am höchsten. Sojamilch kommt auf 2 Prozent Fett, während Mandelmilch und Reismilch ca. 1 Prozent Fettgehalt aufweisen.

Wer seine Kuhmilch im Supermarkt kauft, muss sich aber nicht mit dem Fettgehalt von über 4 Prozent zufriedengeben. Für linienbewusste Verbraucher wird die Kuhmilch vor dem Verkauf entrahmt:

  1. Es kann neben der Vollmilch, die übrigens mindestens 3,5 Prozent Fett enthalten muss,
  2. eine fettarme Milch mit einem Fettgehalt zwischen 1,5 und 1,8 Prozent erworben werden.
  3. Und es wird die Magermilch oder entrahmte Milch mit nur noch bis zu 0,5 Prozent Fettanteil angeboten.

Ist Milchfett gesund?

Es gibt viele Menschen, die Milch im erwachsenen Alter nicht vertragen. Bei den meisten ist das auf eine Unverträglichkeit der Laktose zurückzuführen (siehe Milchunverträglichkeit). In selteneren Fällen besteht auch eine Allergie gegen bestimmte Proteine, die in der Milch enthalten sind (siehe Milcheiweißallergie). In beiden Fällen, kann der Arzt das durch entsprechende Tests herausfinden und auf eine entsprechende Diät hinweisen.

Wer aber Milch vertragen kann, der darf sie ruhig genießen. Denn das Milchfett ist nicht ungesund, wie fälschlicherweise lange Jahre angenommen wurde. Im Gegenteil: Die Buttersäure zum Beispiel schützt die Dickdarmzellen, die Caprinsäure kann über antivirale und die Laurinsäure über antibakterielle Eigenschaften verfügen.

Im Milchfett sind Vitamine enthalten und unter anderem auch ungesättigte Fettsäuren. Milchfett kann also ebenfalls vor Arteriosklerose schützen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Wie bei allem, was gut ist und lecker schmeckt, muss lediglich darauf geachtet werden, das Mittelmaß nicht zu überschreiten. Milchtrinken in Maßen ist gesund, Milchtrinken in Massen nicht.