Milchzucker - Wissenswertes über Laktose

In der Milch sind die wichtigsten Kohlenhydrate in Form von Milchzucker enthalten. Eine andere Bezeichnung für Milchzucker ist Laktose. Außer der Laktose beinhaltet die Trinkmilch noch Galaktose und Glukose. Natürlich ist der Milchzucker nicht nur in der Trinkmilch enthalten, sondern auch in den meisten Produkten, die aus Milch hergestellt werden.

Weil ein Teil des Milchzuckers durch die Milchsäurebakterien abgebaut wird, gibt es auch Milchprodukte, die fast laktosefrei sind. Den höchsten Laktoseanteil enthält zum Beispiel die gezuckerte Kondensmilch mit 55,5 Prozent. Viel weniger ist in streichfähigem Schmelzkäse der Dreiviertelfettstufe mit 5,7 Prozent enthalten. Und der Ricotta Vollfettstufe beinhaltet nur noch 0,5 Prozent Milchzucker.

Was ist Milchzucker?

Der Name Laktose stammt aus dem Lateinischen. Er leitet sich von dem lateinischen Wort "lac" ab. Lac bedeutet Milch und die Endung "-ose" wird in der Chemie für Zucker verwendet. Die Bezeichnung Laktose sagt daher aus, wo der Stoff vorkommt und um was für eine Art Stoff es sich dreht.

Wer bedenkt, dass die Laktose den größten Teil, der in der Milch vorkommenden Kohlenhydrate bildet, kann sich vorstellen, wie wichtig der Milchzucker zum Beispiel für Säuglinge ist. Der Milchzucker der Muttermilch stellt den Haupt-Energielieferanten des Babys dar.

Milchzucker Wirkung

Neben seiner Wirkung als Energielieferant hat der Milchzucker bei Säuglingen eine weitere Aufgabe: Er ist für die Bildung der Darmflora zuständig. Auch beim Erwachsenen erfüllt Laktose ihre Wirkung im Darm. Der Milchzucker hemmt die Besiedelung der Darmflora mit schädlichen Fäulnisbakterien. Und er fördert gleichzeitig die Bildung von Bifidobakterien, die für die Gesundheit des Menschen wichtig sind.

Als Hausmittel schätzen viele die abführende Wirkung von Milchzucker. Bei Verstopfung wird er von manchen Ärzten als natürliches Heilmittel empfohlen.

Milchzucker

Wie viel Laktose enthält welche Milch?

Ebenso, wie der Fettanteil in der Milch verschiedener Säugtiere nicht gleich hoch ist, unterscheidet sich auch der Milchzuckeranteil.

  • Die Stutenmilch weist 6,2 Prozent Laktose auf.
  • Die Büffelmilch liegt mit 4,8 Prozent Milchzucker noch ein Stück niedriger. Den gleichen Wert weist auch Schafsmilch auf.
  • und in der Kuhmilch sind nur 4,6 Prozent enthalten.
  • Das Schlusslicht, der vom Menschen verzehrten Milch, bildet die Ziegenmilch. Die Milch der Ziege weist 4,3 Prozent Milchzucker auf.
  • Einen sehr geringen Laktosegehalt hat übrigens die Muttermilch arktischer Säugetiere. Die Rentiermutter liefert ihrem Jungen nur 2,8 Prozent Milchzucker mit der Milch.
  • Im Vergleich dazu werden kleine Menschenkinder durch die Muttermilch mit 7,1 Prozent Laktose versorgt.

Milchzucker Unverträglichkeit

Die menschliche Verdauung ist so eingerichtet, dass bei den meisten Menschen, wenn sie aus dem Kindesalter herausgewachsen sind, eine Laktoseunverträglichkeit eintritt (siehe Milchunverträglichkeit). Das liegt daran, dass beim Erwachsenen die Muttermilch nicht mehr den wichtigsten Energielieferanten darstellt.

Nur in Nordeuropa und bei einigen Völkern Afrikas, deren Vorfahren Hirten waren, hat sich durch eine Genmutation die Milchverträglichkeit bis ins Erwachsenenalter fortgesetzt. Über 95 Prozent der Norddeutschen und der Skandinavier sind von dieser Mutation betroffen. Das heißt, sie können auch als Erwachsene das zur Verdauung von Milchzucker notwendige Enzym Laktase bilden.

Wer unter Milchzuckerunverträglichkeit leidet, muss sich aber weder vegan ernähren, noch zumindest auf Milchprodukte verzichten. Die Lebensmittelindustrie hat sich längst auf die Produktion laktosefreier Milch und Milchprodukte eingestellt.

Milchzucker gegen Verstopfung

Alles, was der Mensch an Nahrung zu sich nimmt, wird entweder vom Körper zerlegt oder es wird unverdaut ausgeschieden. Bei der Verdauung von Milchzucker entstehen Säuren. Diese Säuren, müssen nach dem Verdauungsvorgang ausgeschieden werden.

Damit die Säuren für die Ausscheidung verdünnt werden können, wird vom Körper im Darm Wasser zusammengezogen. Durch das vermehrte Wasser im Darm wird aber nicht nur die Säure verdünnt, sondern der Stuhl wird gleichzeitig weicher und flüssiger, was wiederum den Stuhldrang fördert.

Die hierdurch bedingte, vermehrte Wasserausscheidung ist besonders fürs Baby nicht ungefährlich. Deshalb sollte bei Verstopfung, vor der Gabe von Milchzucker als Abführmittel, der Arzt zurate gezogen werden.