Milchkefir - Infos über Wirkung & ansetzen

Milchkefir wird seit hunderten von Jahren in den Gebirgen des Kaukasus und in Tibet getrunken. Dort wird das Milchgetränk mit Schafsmilch angesetzt. Die Herstellung von Kefir ist jedoch mit Kuhmilch, mit Ziegenmilch, mit Stutenmilch und sogar mit Kokosmilch ebenfalls möglich.

Milchkefir wird mithilfe der Kefirknolle hergestellt. Dabei handelt es sich um eine Pilzkultur, die in Tibet und im Kaukasus zu Hause ist. Ende des 19. Jahrhunderts fand der tibetanische Pilz seinen Weg über Osteuropa bis nach Deutschland. Schnell geriet er jedoch in Vergessenheit. Erst Mitte der 90er Jahre nahm die Popularität des gesunden Milchgetränkes wieder zu.

Heute gibt es Kefir in jedem Supermarkt zu kaufen. Der industriell hergestellte Kefir stammt jedoch nicht von dem tibetanischen Pilz, sondern wird mit Ersatzstoffen angesetzt, die ein ähnliches Ergebnis produzieren. Der von der Industrie gefertigte Kefir nennt sich "Kefir, mild".

Milchkefir Inhaltsstoffe

Für die Fermentierung der Milch zu Kefir sind Mikroorganismen wie Milchsäurebakterien, Essigsäurebakterien und Hefe verantwortlich. Sie bewirken dass beim Gärungsprozess in der weißen Flüssigkeit Kohlensäure, Kohlendioxid und Alkohol gebildet werden.

Milchkefir ist gesund, denn es enthält die Vitamine A, B1, B2, B6, B12, D, Folsäure und Niacin. Außerdem weist es die Mineralstoffe Kalzium, Eisen, Jod und Magnesium auf. Die Nährstoffe im Kefir sind Mehrfachzucker. Kefir ist im Handel mit 3,5% Fettgehalt sowie fettarm mit 1,5% Fettgehalt erhältlich:

Nährwerte von 100 g Kefir im Überblick:

  • Kefir 3,5% Fett: 66 kcal / 277 kJ
  • Kefir fettarm (1,5% Fett): 50 kcal / 208 kJ
  • 3 Gramm Eiweiß
  • 4 Gramm Kohlenhydrate
  • Kefir 3,5% Fett: 3,5 - 4 Gramm Fett
  • Kefir fettarm (1,5% Fett): 1,5 - 2 Gramm Fett

Milchkefir Wirkung

Wegen seiner Zusammensetzung aus lebenden Mikroorganismen ist der Milchkefir sehr bekömmlich und fördert die Verdauung. Wenn die komplette Milch zu Kefir vergoren ist, ist die Laktose vollständig abgebaut. Kefir ist also nahezu laktosefrei. Dadurch erfreut er sich großer Bekömmlichkeit.

Übrigens je niedriger die Temperaturen während der Fermentierung sind, umso mehr Kohlensäure und Alkohol enthält das fertige Produkt. Es überwiegt die Hefegärung und der Kefir schmeckt nach Hefe.

Bei höheren Temperaturen tritt die Milchsäuregärung in den Vordergrund. Das bedeutet, dass der fertige Kefir weniger Alkohol enthält und säuerlicher schmeckt. Die Fermentierung zu Kefir gelingt jedoch nur bei Temperaturen zwischen 10 und 25 Grad.

Milchkefir

Milchkefir für die Gesundheit

Verschiedene Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass Milchkefir die Kraft besitzt, krankmachende Organismen zu unterdrücken. Eine bestimmte Bakterienart (Listerien) kann im Zeitraum von 24 Stunden auf 10 Prozent reduziert werden.

Eine bei der Heilung unterstützende Wirkung wird dem Milchkefir bei Magenentzündungen zugeschrieben. Er unterstützt die Gesundung bei Gallenleiden, Katharren der Verdauungsorgane und bei infektiöser Gelbsucht. Auch bei Blutdruckunregelmäßigkeiten, bei Ekzemen und bei Anämie kann sich der regelmäßige Genuss von Kefir positiv auswirken.

Anleitung zum Milchkefir selbst ansetzen

Die Rezepte zum Ansetzen von Milchkefir sind alle gleich. Für einen halben Liter Kefir werden ein Esslöffel Kefirknollen und 500 Milliliter Milch (am besten H-Milch oder pasteurisierte Milch, weil sie weniger Keime enthält) gebraucht.

Es ist ein sauberes Gefäß mit Schraubverschluss notwendig, das groß genug ist, um 0,5 Liter Flüssigkeit zu fassen. Außerdem werden ein Plastiksieb und Plastiklöffel benötigt. Reinlichkeit ist für die Herstellung von Milchkefir oberstes Gebot. Fremde Keime könnten die Kefirkultur zerstören.

  • Zuerst wird das 0,5-Liter-Gärgefäß mit der Milch befüllt.
  • Dann werden die Kefirknollen mithilfe eines Plastiklöffels aus der Aufbewahrungsflüssigkeit gehoben und ebenfalls ins Gärgefäß gegeben.
  • Nun wird das Gefäß zugeschraubt. - Bis zum Ende drehen, aber nicht zu fest anziehen, dass noch Kohlensäure, die beim Gärprozess entsteht, entweichen kann!
  • Das verschlossene Gefäß wird mit einem sauberen Küchenhandtuch bedeckt, um es vor direktem Sonnenlicht zu schützen und an einen ruhigen Ort gestellt.
  • Nach einem Tag kann mit einem Plastiklöffel einmal umgerührt werden, damit der Milchkefir cremiger schmeckt.
  • Am nächsten Tag wird noch einmal kräftig mit dem Plastiklöffel umgerührt, dass sich alle festen Caseinteile von der Kefirknolle lösen. Dann wird der fertige Milchkefir durch ein Sieb abgegossen.
  • Die Kefirknolle wird unter lauwarmem Wasser abgespült und für den nächsten Ansatz verwendet.

Wer seine Kefirknolle längere Zeit nicht benutzt, kann sie in etwas Milch eingelegt, einfrieren. Nach dem Auftauen sollten die ersten drei Ansätze weggekippt werden, denn die Knolle benötigt ein paar Tage, um sich zu erholen. Der vierte Ansatz schmeckt dann wieder wie der gewohnte Kefir.

Übrigens wird Wasserkefir auf die gleiche Weise zubereitet wie Milchkefir. Statt Milch wird jedoch Wasser verwendet und statt der Kefirknollen kommt ein weißes Pulver, das im Reformhaus erhältlich ist, zum Einsatz. Die Wasserkefirkultur ist nach 10 Ansätzen verbraucht, während die Kefirknolle für den Milchkefir praktisch ewig hält.