Milchpulver - Mager- und Vollmilchpulver

Um Milchpulver herzustellen, wird der Milch das Wasser entzogen. Während die flüssige Trinkmilch zu 87,5 Prozent aus Wasser besteht, enthält Milchpulver nur noch ungefähr drei Prozent. Nun mag sich manch einer fragen, worin der Vorteil des Milchpulvers liegt, denn schließlich muss es zum Verzehr ja wieder mit Wasser angereichert werden.

Diese Frage lässt sich jedoch leicht beantworten: Milchpulver nimmt in Papiersäcke verpackt, wenig Platz ein und kann gut gelagert und transportiert werden. Es ist keine Kühlung notwendig und das Pulver ist nur durch Zufügen von Wasser und Aufkochen schnell wieder trinkbereit. Vollmilchpulver ist bis zu sechs Monaten haltbar, Magermilchpulver sogar bis zu drei Jahren. Daher ist es hervorragend zum Anlegen von Notreserven geeignet.

Weil Milchpulver sich mühelos im Flugzeug transportieren lässt, können auch in Krisengebieten die Menschen mit Milch versorgt werden. Außerdem findet das Pulver aus der Milch Anwendung bei der Schokoladenherstellung, bei der Erzeugung von Babynahrung und bei der Produktion von Eiscreme. Bei Backwaren wird häufig Milchpulver eingesetzt, weil durch die Verwendung von Trockenmilch das Brot länger frisch bleibt.

Milchpulver Herstellung

Um aus der flüssigen Milch das trockene Pulver zu machen, muss logischerweise Wasser entzogen werden. Das kann durch zwei unterschiedliche Methoden geschehen: durch Sprühtrocknung oder durch Walzentrocknung.

  • Vor dem Wasserentzug wird die frische Milch gereinigt und pasteurisiert.
  • Wenn aus der Milch Magermilchpulver entstehen soll, muss sie fettreduziert werden. Anschließend wird sie für kurze Zeit erhitzt.
  • Für Vollmilchpulver bleibt der Fettgehalt bei 3,5 Prozent, aber die Milch muss länger und stärker erhitzt werden.
  • Die Sprühtrocknung findet im Sprühturm statt. Dort wird die Milch durch feine Düsen in 200 Grad heiße Luft gesprüht. Die Milch selber wird dabei nur auf 70 bis 80 Grad erhitzt, was für den Erhalt der Vitamine von Vorteil ist.
  • Bei der Walzentrocknung wird auf heiße, sich drehende Walzen eine dünne Schicht Milch aufgebracht und anschließend im Trockenzustand abgeschabt. Die Wärmebelastung ist bei diesem Herstellungsverfahren wesentlich höher, was sich auf einige der gesunden Inhaltsstoffe des Milchpulvers nachteilig auswirkt.

Für ein Kilo Milchpulver werden sechs bis sieben Liter Milch benötigt.

Milchpulver

Magermilchpulver

Da vor der Herstellung des Milchpulvers der Fettgehalt der Milch eingestellt wird, enthält das Magermilchpulver, ebenso wie die Magermilch nur knapp 1 Gramm Fett auf 100 Gramm. Davon sind circa 0,55 Gramm gesättigte Fettsäuren. Der Eiweißgehalt liegt bei 35,5 Gramm je 100 Gramm und an Kohlenhydraten enthält Magermilchpulver 51,5 Gramm. Diese Menge ist mit dem Gehalt an Milchzucker (Laktose) gleichzusetzen. Mit über 50 Gramm ist dieser Wert sehr hoch.

Nährwerte von 100 g Magermilchpulver im Überblick:

  • 368 kcal / 1.541 kJ
  • 35,5 Gramm Eiweiß
  • 51,5 Gramm Kohlenhydrate
  • 0,9 Gramm Fett

Ballaststoffe hat Magermilchpulver keine, dafür aber wertvolle Vitamine und Mineralstoffe. Die Vitamine A, B1, bis B12, C, D, E, K, Folsäure, Retinol und Beta Carotin sind ebenso enthalten, wie Kalzium, Kalium, Chlor, Magnesium, Natrium und Schwefel. An Spurenelementen kann das Milchpulver mit Eisen, Fluor, Jod, Kupfer, Mangan und Zink aufwarten.

Magermilchpulver können Sie in vielen Supermärkten kaufen, beim Bäcker auf Nachfrage, oder im Internet.

Vollmilchpulver

100 Gramm Vollmilchpulver enthalten 27 Gramm Fett und 26 Gramm Eiweiß. Sein Laktosegehalt ist mit 38 Gramm niedriger, als der Milchzuckergehalt von Magermilchpulver.

Nährwerte von 100 g Vollmilchpulver im Überblick:

  • 496 kcal / 2.077 kJ
  • 26 Gramm Eiweiß
  • 38 Gramm Kohlenhydrate
  • 27 Gramm Fett

An Vitaminen und Mineralstoffen hat auch Vollmilchpulver einiges zu bieten. Es enthält Vitamin A, die Vitamine B6 und B12, Vitamin C und Vitamin D. An Mineralstoffen und Spurenelementen kann es mit Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen aufwarten.

Je nach Hersteller löst sich Vollmilchpulver in heißem, warmem und kaltem Wasser auf. Lediglich kochendes Wasser verträgt es nicht, sondern bildet Klümpchen. Es empfiehlt sich das Milchpulver aus Vollmilch zuerst mit wenig Wasser anzurühren und anschließend die erforderliche Menge Flüssigkeit aufzugießen.

Vollmilchpulver können Sie in vielen Supermärkten erwerben, beim Bäcker auf Nachfrage, oder im Internet.

Vollmilchpulver sollte keinesfalls mit dem Milchpulver für das Babyfläschchen verwechselt werden. Das Milchpulver fürs Baby ist der Muttermilch angepasst und hat nicht nur andere Inhaltsstoffe, sondern auch mehr Kalorien.

Milchpulver Tipps

Weil Milchpulver nicht nur in Krisengebiete verschickt wird, sondern auch in zahlreichen Backrezepten als Zutat angegeben ist, der Vorratshaltung dient und auf Trekkingtouren oder Bootsfahrten gerne als Milchersatz mitgenommen wird, interessieren sich auch Veganer für das praktische Pulver.

Veganes Milchpulver gibt es natürlich nicht. Aber als Alternative kann sich der Veganer mit Sojamilchpulver aus dem Bioladen, mit Kokosmilchpulver aus dem Asia-Laden oder mit Mandelmilchpulver aus dem Internet behelfen. Bei Kokosmilchpulver sollte er die Zutatenliste aber sehr genau durchlesen. Häufig ist ihm Milchpulver aus Kuhmilch zugesetzt!

Laktosefrei: Wer unter einer Laktoseintoleranz leidet und daher auf milchzuckerfreie Produkte angewiesen ist, findet laktosefreien Kaffeeweiser im Drogeriemarkt oder Internet. Um das Milchpulver als Milchersatz auf eine Tour mitzunehmen und zu trinken, eignet sich Mandelmilchpulver oder Sojamilchpulver. Auch fürs Baby gibt es laktosefreies Milchpulver im Drogeriemarkt zu kaufen. Bekannte Marken sind hierbei Aptamil, Humana SL und Novalac laktosefrei.