Inhaltsstoffe der Milch

Weil bei der Milch Proteine, Milchzucker und Milchfett in Wasser gelöst oder ganz fein verteilt sind, kann sie auch als Emulsion bezeichnet werden. Außer dem Milchzucker, der auch als Laktose bezeichnet wird, dem Milcheiweiß und dem Fett sind in der Milch zahlreiche Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine enthalten. Das ist auch wichtig, denn Milch ist das erste Nahrungsmittel, das ein neugeborenes Säugetier zu sich nimmt. Die Milch dient dem Kleinen als Energielieferant und muss alle Wachstumsprozesse unterstützen.

Weil nicht alle Säugetiere die gleiche Lebensweise haben, sind natürlich auch die Inhaltsstoffe der Milch je nach Tier unterschiedlich. Je nach Tierart unterscheiden sich die Anteile der einzelnen Nährstoffe, die die Milch aufweist. Feine Unterschiede ergeben sich zusätzlich im Lebensraum, den das jeweilige Tier einnimmt. Und selbstverständlich spielt auch das Futter eine gewisse Rolle.

Nährwerte und Vitamine der Milch

Da in Deutschland die Kuhmilch den größten Anteil der verzehrten und verarbeiteten Milch ausmacht, sind natürlich auch die Inhaltsstoffe dieser Milchart für uns zunächst am interessantesten:

  • Der Eiweißanteil liegt bei der Kuhmilch bei ungefähr 3 Prozent
  • und der Anteil der Kohlenhydrate nimmt etwa 5 Prozent in Anspruch.
  • Der Fettgehalt von Vollmilch liegt zwischen 3,4 bis 4 Gramm bei 100 Millilitern. Allerdings wird im Handel ja nicht nur Vollmilch angeboten, sondern wir können uns zwischen Vollmilch, fettarmer und entrahmter Milch entscheiden. So sind bei der fettarmen Milch nur noch zwischen 1,5 bis 1,8 Prozent Milchfett enthalten. Und die entrahmte Magermilch weist gar nur noch 0,1 Gramm Fett auf 100 Milliliter auf.

Wer sich ein bisschen mit dem Energiewert auskennt, weiß, dass sich ein höherer Fettgehalt immer auch auf den Kaloriengehalt eines Lebensmittels auswirkt. Daher ist der Energiewert von Vollmilch natürlich um einiges höher, als der von fettarmer Milch oder gar von Magermilch:

  1. Während 100 Milliliter Magermilch mit nur 36 kcal (= 151 kJ) recht hüftfreundlich sind,
  2. schlägt die gleiche Menge fettarme Milch bereits mit 49 kcal (also 203 kJ) zu Buche.
  3. 100 Milliliter Vollmilch weisen mit 64 kcal (entspricht 269 kJ) den höchsten Energiewert auf.

Wer nun 3 Prozent Eiweiß, 5 Prozent Kohlenhydrate und circa 3,7 Prozent Fett zusammenzählt, erhält insgesamt 11,7 Prozent Nährstoffanteil in der Kuhmilch. Da der Wasseranteil circa 87,5 Prozent beträgt, bleibt noch fast ein Prozent (genau genommen 0,8 Prozent) übrig, das den Anteil an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen ausmacht. Und das sind insgesamt gar nicht wenige, denn die Milch kann neben Kalzium Eisen, Natrium, Kalium, Magnesium, Phosphor, Jod und Zink auch noch die Vitamine A, D, E und K in ihrem Milchfett aufweisen. An wasserlöslichen Vitaminen punktet die Kuhmilch mit C, B1, B2, B6 und B9.

Inhaltsstoffe der Milch verschiedener Säugetiere

Obwohl die Muttermilch der Säugetiere immer Milchfett, Proteine, Kohlenhydrate und Wasser enthält, so ist der jeweilige Anteil doch von Säugeiter zu Säugeiter unterschiedlich:

  • Die Milch mit dem höchsten Wasseranteil beispielsweise ist die Stutenmilch. Denn die Milch des Pferdes besteht zu 90 Prozent aus Wasser.
  • Zusätzlich weist sie mit 6 Prozent auch noch den höchsten Kohlenhydratanteil auf. Da bleibt für Milchfett und Milcheiweiß nicht mehr viel übrig.
  • Lediglich die menschliche Muttermilch enthält noch mehr Kohlenhydrate. Ein kleines Menschenbaby erhält beim Stillen nämlich stolze 7 Prozent Kohlenhydrate.
  • Die fettreichste Milch besitzt die Büffelmutter. Denn in 100 Milliliter Büffelmilch sind 8 Gramm Milchfett enthalten.
  • Den höchsten Eiweißanteil weist übrigens die Schafsmilch auf. Er ist mit 7 Prozent nicht zu überbieten.
  • Den zweiten Rang in Sachen Proteine nimmt die Büffelmilch ein. Denn auch 4 Gramm Proteine in 100 Millilitern Milch sind nicht schlecht.

Milch

Milchzucker

Die Kohlenhydrate der Milch setzen sich aus verschiedenen Zuckern zusammen. Den größten Anteil nimmt dabei der Milchzucker ein, der auch Laktose genannt wird. Außerdem enthält die Kuhmilch Galaktose und Glukose.

Leider ist es aber gerade der Löwenanteil, die Laktose, die bei vielen Erwachsenen Beschwerden hervorruft. Was in Deutschland insgesamt nur einen geringen Teil der Bevölkerung betrifft, macht beim Betrachten der Weltbevölkerung einen großen Anteil aus: die Menschen mit Laktoseunverträglichkeit (siehe Milchunverträglichkeit). Wer unter Milchzuckerunverträglichkeit leidet, sollte weder laktosehaltige Milch noch laktosehaltige Milchprodukte verzehren. Wenn Sie mehr Informationen zum Milchzucker, seinem Vorkommen und seiner Wirkung lesen möchten, sollten Sie sich unbedingt die Seite Milchzucker - Wissenswertes über Laktose ansehen.

Milchfett

Das Milchfett besteht aus vielen, winzigen, kugelrunden Teilchen, die ganz eng aneinandergereiht in der wässrigen Milchflüssigkeit herumschwimmen. Je mehr Milchfett die Milch enthält, umso sämiger ist sie. Weil das Fett sich im Wasser nicht auflöst, wird die Milch auch als Emulsion bezeichnet. Dass das Fett in der Milch nach oben schwimmt, verhindern die Emulgatoren. Dazu gehören beispielsweise die Lecithin-Moleküle. Sie umhüllen jedes einzelne Fettteilchen.

Das Milchfett enthält übrigens nicht nur verschiedene Fettsäuren. Auch die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K sind hier zu finden. Wenn Sie sich genauer über das Milchfett informieren möchten und erfahren wollen, ob es gesund oder ungesund ist, lesen Sie auf der Seite Milchfett - Wissenswertes über das Fett der Milch nach.

Milcheiweiß

Das Milcheiweiß dient dem Muskelaufbau. Es teilt sich auf in Casein, das ungefähr 80 Prozent des Milcheiweißes ausmacht, und 20 Prozent Molkeneiweiß. Das Molkeneiweiß wird rasch verdaut. Das Casein hingegen erlangt im Magen eine gelartige Konsistenz, dessen Verdauung nur langsam voranschreitet. Dadurch entsteht ein bis zu acht Stunden anhaltendes Sättigungsgefühl.

Wenn Sie noch mehr über die Wirkung von Casein und Molkeneiweiß erfahren möchten, können Sie auf der Seite Milcheiweiß - Wissenswertes über Casein und Molkeneiweiß noch viele interessante Informationen finden.

Fazit: Wie sich aus den Kurzbeschreibungen erschließen lässt, tragen alle Inhaltsstoffe der Milch mit einer wichtigen Aufgabe zum Start ins Leben eines Säugetier- oder Menschenbabys bei. Trotzdem sind in der Kuhmilch auch einige Stoffe enthalten, die bei manchen Menschen zu Beschwerden führen. Dazu gehören Allergene, die eine Milcheiweißallergie auslösen können. Aber auch der Milchzucker kann von einem großen Teil der Menschheit aufgrund eines fehlenden Enzyms nicht abgebaut werden.

Wer die Milcheiweißallergie oder die Laktoseunverträglichkeit rechtzeitig diagnostiziert bekommt, und sich anschließend konsequent an die Anweisungen seines Arztes hält, kann aber mit Ersatzprodukten ein beschwerdefreies Leben führen, ohne Mangelerscheinungen befürchten zu müssen.