H-Milch - Infos über homogenisierte Milch

H-Milch gibt es seit Ende der 60er Jahre. Das H steht für haltbar und für homogenisiert. Die homogenisierte Milch hat viele Vorteile. Sie kann selbst in warmen Ländern für mehrere Monate bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden. Sie wird durch die Haltbarkeit lagerfähig und kann auf Vorrat gekauft werden.

Außerdem werden krankheitserregende Keime, welche die Rohmilch eventuell beinhaltet, abgetötet. Die H-Milch ist leichter verdaulich und sie ist im Einkauf günstiger. Wer den sämigen Geschmack nicht mag, kann sich mit ihr eher anfreunden, weil sie im Mund leicht wässrig schmeckt.

Nach der Haltbarmachung wird sie sofort in Aluminium beschichtete Kartons abgefüllt und luftdicht eingeschlossen. Dadurch wird ein erneuter Befall von Mikroorganismen ausgeschlossen.

H-Milch Inhaltsstoffe

Das Ultrahocherhitzen, das Verfahren mit dem die Milch haltbar gemacht wird, hat nicht nur Vorteile. Ein großer Nachteil ist, dass es viele Vitamine, die in der Rohmilch enthalten sind, zerstört:

Vitaminverlust durch Ultrahocherhitzen der Milch:

  • Der Vitamin B1-Verlust beträgt bei der H-Milch zwischen fünf und fünfzehn Prozent.
  • Der Verlust an B2 beträgt mehr als zehn Prozent.
  • Von den Vitaminen B12 und C gehen zwischen zehn und zwanzig Prozent verloren und auch an der wichtigen Folsäure verliert die homogenisierte Milch zwischen fünf und zwanzig Prozent.

Dieser Verlust vergrößert sich bei längerer Lagerdauer, obwohl die Verpackung der H-Milch luftdicht und lichtundurchlässig ist. Wer ein Tetra-Pack kurz vor dem Verfallsdatum öffnet, kann daher davon ausgehen, dass sie kaum noch Vitamine beinhaltet.

H-Milch

H-Milch Haltbarkeit

Damit die Milch über mehrere Monate lagerfähig wird, kommt ein kompliziertes Verfahren zur Anwendung. Die homogenisierte Milch wird für wenige Sekunden auf 135 bis 150 Grad Celsius erhitzt und dann sofort wieder auf vier bis fünf Grad Celsius abgekühlt. Durch dieses Behandlungsverfahren wird die Milch steril. Die Keime werden abgetötet und sie ist haltbar.

  1. Im ungeöffneten Zustand hält sich die H-Milch mindestens sechs bis acht Wochen.
  2. Ist der Milchkarton offen, muss auch die H-Milch im Kühlschrank aufbewahrt werden, da sie nun wieder für den Bakterienbefall anfällig ist. Die Haltbarkeit liegt dann bei ca. 2 bis 4 Tagen.

Weil die Milchsäurebakterien beim Ultrahocherhitzen abgetötet wurden, ist der Verderb der geöffneten H-Milch nicht so leicht erkennbar wie bei Frischmilch. Die homogenisierte Milch dickt nicht, sondern sie wird ungenießbar.

Unterschied H-Milch und Frischmilch

Frischmilch ist Rohmilch, die durch Pasteurisierung von Krankheitserregern befreit wird. Bei der Pasteurisierung wird die Milch für 30 bis 35 Sekunden auf eine Temperatur zwischen 72 und 75 Grad Celsius erhitzt. Dadurch verliert sie zwar auch Vitamine aber längst nicht in dem Maße, wie es beim Ultrahocherhitzen geschieht:

  • Während die H-Milch circa 20 Prozent Vitaminverlust durch die Herstellung erfährt, beträgt der Verlust an Vitamine durch die Pasteurisierung bei der Frischmilch nur circa 10 Prozent.
  • Die homogenisierte Milch ist aber mit sechs bis acht Wochen wesentlich länger haltbar als die pasteurisierte Milch, die sich nur sechs bis zehn Tage ungeöffnet hält.
  • Außerdem muss die Frischmilch immer gekühlt aufbewahrt werden, während die H-Milch ungeöffnet bei Zimmertemperatur lagern kann.

Ist homogenisierte Milch ungesund?

Die ultrahocherhitzte Milch ist nicht wirklich gesund, denn es wurden viele Vitamine und Spurenelemente, die in der frischen Milch enthalten sind, zerstört. Dafür ist sie aber besser verdaulich.

H-Milch ist dann ungesund, wenn sie verdorben ist. Weil beim Erhitzen nicht nur Keime abgetötet werden, die die Haltbarkeit verringern, sondern auch die Milchsäurebakterien eliminiert werden, dickt die verdorbene H-Milch nicht ein und sie riecht auch nicht schlecht. Deswegen soll der verantwortungsvolle Verbraucher den angebrochenen Tetra-Pack, auch wenn ein Verderb nicht zu erkennen ist, nach drei Tagen entsorgen.