Rohmilch und Vorzugsmilch - unbehandelte Milch

Milch ist die Flüssigkeit, die Säugetiere in ihren Milchdrüsen bilden. Die Milch von Kühen, von Schafen, von Ziegen und von Pferden oder Eseln dient in der westlichen Welt den Menschen als Nahrungsmittel. Es gibt aber auch Völker, die außer der Muttermilch keine weiteren Milcharten verwenden.

In Deutschland wird Milch als Synonym für Kuhmilch verwendet. Stammt die Milch von anderen Tieren, steht das auf der Verpackung. Milch ist ein wichtiger Bestandteil unserer Nahrung. Wir machen sie haltbar, reduzieren ihren Fettgehalt und verarbeiten sie weiter zu Milchprodukten.

Die Einteilung der Milch erfolgt nach ihrem Fettgehalt sowie auch nach der Erhitzungstemperatur in unterschiedliche Milchsorten.

Was ist Rohmilch?

Rohmilch ist die ursprünglichste Mich. Sie ist nicht behandelt. In Deutschland wird sie nur auf dem Hof des Erzeugers verkauft, in der Schweiz ist sie in Käsereien erhältlich. Sie ist naturbelassen, genauso wie sie aus dem Euter der Kuh kommt:

  • Rohmilch wird nur gefiltert, ohne dabei ihre natürliche Bakterienflora zu beeinflussen. Bei dem benutzten Filter darf es sich nicht um einen Mikrofilter handeln.
  • Ihr Aufbewahrungsort ist die Kühlung. Die Gradeinstellung des Kühlgerätes ist von der Weiterverwendung der Milch abhängig.
  • Die Haltbarkeit von Rohmilch liegt bei gekühlter Lagerung bei 2 bis 3 Tagen.
  • Der Fettgehalt beträgt zwischen 3,5 und fünf Prozent, je nach Fütterung und Haltung der Tiere.
  • Rohmilch darf nicht über 40 Grad Celsius erhitzt werden, deswegen kann sie auch schädliche Keime und Bakterien enthalten. Frauen sollten sie während der Schwangerschaft daher nicht trinken.

Rohmilchkäse ist übrigens ein Milchprodukt, das aus Rohmilch hergestellt wird. Das heißt, zu Beginn der Verarbeitung ist eine Erhitzung der Milch über 40 Grad nicht erlaubt. Später ist eine Erhitzung auf 50 bis 60 Grad bei Hartkäsesorten jedoch notwendig, damit der Käse Wasser verliert. Weitere interessante Infos finden Sie auf dieser Seite: Rohmilchkäse

Rohmilch

Was ist Vorzugsmilch?

Vorzugsmilch ist Rohmilch, die zum Verkauf an den Endverbraucher verpackt wurde. Sie ist im Gegensatz zur Rohmilch im Laden erhältlich. Auf der Verpackung der Vorzugsmilch muss vermerkt sein, dass es sich um Rohmilch handelt:

  1. Das Verbrauchsdatum muss angegeben sein. Es darf 96 Stunden ab dem Melken der Kuh nicht überschreiten.
  2. Für den Verbraucher muss der Hinweis angebracht sein, dass die Milch bei höchstens +acht Grad Celsius aufbewahrt werden sollte.
  3. Außerdem müssen bei der Vorzugsmilch strenge Hygienevorschriften eingehalten werden, um die Gesundheit der Verbraucher nicht zu gefährden und eine längere Haltbarkeit zu gewährleisten.

Rohmilch Fettgehalt

Je nach Haltung der Kühe, nach Fütterung, nach Kuhrasse und nach der Jahreszeit schwankt der Fettgehalt der Rohmilch zwischen 3,5 bis 5 Prozent. Bei Vorzugsmilch geht man von einem Fettgehalt von 3,5 bis 4 Prozent aus.

Vorteile und Nachteile

Ein großer Vorteil von Vorzugs- und Rohmilch ist, dass sie naturbelassen ist. Weil sie nicht über 40 Grad erhitzt werden darf, sind alle Nährstoffe noch komplett vorhanden.

Nachteilig ist, dass sie auch schädliche Bakterien beinhalten kann. Obwohl Hygiene in den Milchbetrieben, die Rohmilch oder Vorzugsmilch verkaufen groß geschrieben wird und monatliche Kontrollen stattfinden, kann es zum Bakterienbefall kommen.

Daher sollten Verbraucher von Rohmilch die Milch vor dem Verzehr abkochen. Eine Erhitzung von 20 bis 30 Sekunden auf 72 Grad Celsius ist dabei ausreichend. Das tötet die schädlichen Keime ab, aber der tolle Milchgeschmack und die meisten Nährstoffe bleiben trotzdem erhalten. Bei Kleinkindern oder Schwangeren ist das Abkochen besonders wichtig.