Schafsmilch - Milch von Schafen

Schafe waren schon vor über 8000 Jahren als Haustiere bekannt. Lange vor der Domestizierung der Rinder waren die Schafe bei den Hirtenvölkern des Altertums als Milchlieferanten beliebt. Auf schlechtem Boden findet sich das genügsame Schaf besser zurecht als das Rind. Daher werden in armen Ländern Schafe häufiger zur Milchgewinnung gehalten.

In Deutschland galt das Schaf in Notzeiten als "Kuh des kleinen Mannes". Eine Schafmilchtradition gibt es in Deutschland jedoch nicht, obwohl eine der leistungsfähigsten Milchschafsrassen aus Deutschland stammt. Das Ostfriesische Milchschaf ist für seine guten Milcherträge bekannt und beliebt.

Wir Europäer verwenden Schafsmilch in erster Linie zur Herstellung von Käse. In Griechenland gibt es den berühmten Feta und auch der aromatische, französische Roquefort besteht daraus.

Schafsmilch Inhaltsstoffe

Die Schafsmilch ist mit 97 Kilokalorien auf 100 Milliliter die kalorienreichste Milch aller Säugetiere. Sie enthält sieben Gramm Eiweiß, sechs Gramm Fett und fünf Gramm Kohlenhydrate. Das zeigt, dass sie auch gleichzeitig den besten Eiweißlieferanten aller Milcharten darstellt.

Nährwerte von 100 ml Schafsmilch im Überblick:

  • 97 kcal / 404 kJ
  • 7 Gramm Eiweiß
  • 5 Gramm Kohlenhydrate
  • 6 Gramm Fett

Weiter enthält Schafsmilch viele Vitamine und Mineralstoffe. Die Vitamine A, D, E, B6, B12, C und Riboflavin gehören zu ihren, für den menschlichen Körper wichtigen, Bestandteilen. Auch mit Kalzium, Kalium, Phosphor, Natrium und Magnesium versorgt sie den Menschen.

Schafsmilch

Ist Schafsmilch gesund?

Weil die Schafsmilch ähnlich zusammengesetzt ist wie die Kuhmilch, bildet sie oft keinen Ersatz bei Kuhmilchunverträglichkeiten. Auch Laktose enthält die Milch der Schafe, weswegen Ärzte sie nicht bei Laktoseunverträglichkeit empfehlen. Aber sie ruft weniger Allergien hervor als Kuhmilch, weil sie weniger Kasein enthält.

Ähnlich wie die Ziegenmilch ist auch die Schafsmilch gut verdaulich. Daher wirkt sich ihr Konsum bei Magen- und Darmproblemen oft positiv aus. Ihre Inhaltsstoffe wirken beruhigend auf die Haut und die Kopfhaut, weswegen sie bei Haut- und Kopfhautproblemen zum Einsatz kommt.

Sie ist wertvoll für den Aufbau des Immunsystems, was im langen Verdauungstrakt der Schafe seine Erklärung findet. Weil der Verdauungsweg der Schafe so lang ist, schließen die Tiere viel mehr der wichtigen Vitamine und Spurenelemente auf und geben sie über die Milch an den Menschen weiter.

Vorteile und Nachteile

Ein bedeutender Vorteil der Schafsmilch besteht in ihrem positiven Einfluss auf die Gesundheit:

  1. Die gute Verdaulichkeit wirkt sich bei Magen-, Darm-, Nieren und Leberleiden positiv aus.
  2. Wegen der guten Bekömmlichkeit kann sie bei kleinen Kindern zum Aufbau und bei älteren Menschen zur Regenration Anwendung finden.
  3. Die Milch der Schafe pflegt die Haut auf natürliche Weise und spendet ihr Feuchtigkeit.

Nachteilig ist lediglich der geringe Gehalt an Folsäure.

Schafmilchprodukte

Ursprünglich wurde der Joghurt aus Schafsmilch hergestellt. Dies ist heute nicht mehr der Fall. Aber viele sehr wohlschmeckende Käsesorten gibt es:

  • Die Griechen machen den weltberühmten Feta aus Schafsmilch. Der aromatische, leicht salzige Käse eignet sich hervorragend für einen griechischen Salat oder als Füllung bei Folienkartoffeln und zum Überbacken eines Gemüseauflaufs.
  • Der deftige Roquefort aus Frankreich wird ebenfalls aus Schafsmilch hergestellt. Wem der Roquefort als Brotauflage zu streng schmeckt, der gibt mit dem leckeren Käse einer Sahnesoße den besonderen Pfiff.
  • Die Italiener fertigen den pikanten Pecorino aus Schafsmilch. Gerieben schmeckt er über einem Spaghetti-Gericht ebenso gut, wie zur Kruste überbacken auf einem Fisch aus dem Backofen.